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Paul Bloemers




Paul Bloemers


House of Design im Gespräch mit Paul Bloemers
23-09-2009


paulbloemers

    1.Was war für Sie der Grund, Möbeldesigner zu werden?
    In ersten Moment war es vor allem eine Art Drang, vielleicht um der Wirklichkeit zu
    entweichen. Als Kind träumte und zeichnete ich viel. Autos waren damals mein
    grösstes Interesse.

    2.Wann wussten Sie, was Sie werden wollten?
    Als ich ungefähr 28 Jahre alt war, fiel mir auf, dass der Prozess des Entwerfens
    mich ‘befreite', nicht das Objekt selbst (damals noch die Autos). Möbeldesign
    entstand damals aus dem Nichts.
    Als ich mit 17 aus dem Haus ging, hatte ich zwar den Schrank in meiner Wohnung
    entworfen und angefertigt. Ich war damals schon eine richtige Hausmaus und
    zeichnete fortwährend Möbel und Einrichtungen, nur zum eigenen Spass.
    Ich habe damals viel über ‚Geschmack' nachgedacht, wie Menschen mit ihrer
    Umgebung umgehen, warum tun sie das auf diese oder jene Art?

    3.Ist es möglich, für gerade diplomierte Designer passende Aufträge zu bekommen?
    Es mag etwas gegensätzlich klingen: am Anfang haben hauptsächlich
    selbstproduzierende Designer (was sie herstellen ist eigentlich nebensächlich)
    einigermassen guten Zugang zum Markt. Sie sind interessant für Media und/oder
    sind interessant für Abnehmer.
    Danach wird es erst richtig schwierig. In einer Welt in der Media und Abnehmer
    nichts anderes tun, als Einkaufen, ist es ausserordentlich schwierig, sich darin
    zurecht zu finden.

    4.Denken Sie, dass Menschen sich immer mehr für Design interessieren?
    Ich denke, dass ‚gutes' Design zukunftsweisend ist. Meiner Meinung nach, ist es eine
    Form, die „Augen nach vorn" zu richten. Manchmal hat es nichts mit dem Zeitgeist
    zu tun bzw. wird es teilweise oder stark dadurch beeinflusst.

    5.Wer sind deine Kunden?
    Bloooms wurde November 2007 geboren. Sie (ich betrachte Bloooms als ‘sie')
    ist also jung. Eine gute Analyse der Frage, wer meine Kunden sind, lässt sich deshalb
    noch schwierig durchführen. Aber in diesen zwei Jahren kamen die meisten
    Kunden aus dem geschäftlichem Bereich. Auch sind viele Privatpersonen Kunde bei
    Bloooms, aber wenn ich die Zahlen betrachte, bilden sie etwa 25% der Gesamtzahl.
    Was mir schon aufgefallen ist, dass zum größten eil Frauen bei mir kaufen.


    5.Wie kommt das?
    Ja, wie das kommt. Ich denke, dass Frauen die Wirtschaft ankurbeln, bloß durch ihr
    Kaufverhalten. Ich denke, dass in einer Durchschnittsfamilie die Frau bestimmt,
    was angeschafft wird. Außerdem beschäftigen Frauen sich mehr mit ihrer Umgebung,
    sowohl in sozialer als auch in praktischer Hinsicht. Und vielleicht beschäftigen Frauen
    sich auch mehr mit der Frage, wie wir unsere Welt für die Nachwelt zurücklassen.

Was regt dich an?
Eine schwierige Frage. Als Designer ist man dauernd mit dem Suchen beschäftigt,
in aller Offenheit, unvoreingenommen. Das ist jedenfalls die Absicht.
Distanz gewinnen bleibt vertrackt. In den vergangenen Jahren habe ich entdeckt,
dass man das im täglichen Leben auch machen muss.
Dass man in allem, was man tut, sich selbst treu bleiben muss. Ein beliebiges Beispiel:
wenn ein Kunde zu mir kommt, versuche ich nicht sofort ein Geschäft zu machen; ich
versuche mich in eine Situation hinein zu versetzen und versuche dann eine Lösung zu liefern.

Woran liegt das?
Es ist leicht, die Schuld auf externen Faktoren ab zu wälzen, als ob ich das nicht schon wüsste.
Es lag an mir. Tat ich nicht mein Bestes, arbeitete ich nicht hart genug? Nein, schlimmer noch.
Ich arbeitete wahrscheinlich zu hart, aber vor allem zu verbissen.
Ich musste zurück zu, was man „ein völlig leeres Blatt" nennt; das ist mir ziemlich gut gelungen.
Jetzt merke ich, dass sich vieles doch noch gefunden hat. Dann merkt man, dass man ganz von
alleine vielen schönen Sachen begegnet, in diesem Fall Bambus. Ein Rohstoff, der einen positiven
Beitrag zu unserer Umwelt, und daher zu uns leistet. Und das ist geil!


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